BLZ: Munteres Zocken um Spitzenkandidaten
BERGISCH GLADBACH. Die Gladbacher Rats-CDU weist die Vorwürfe des Kooperationspartners SPD wegen mangelnder Treue zu den gemeinsam gefassten Beschlüssen im Planungsausschuss zur Erweiterung der Wohnbaufläche in Oberkülheim zurück.
„Die SPD versucht, einen Konflikt in der Union herbeizureden, der nicht da ist. Bei uns herrscht seit zwei Jahren Ruhe“, stellt Fraktionschef Peter Mömkes fest. „Aber es würde denen natürlich passen, wenn wir zerstritten in den Wahlkampf gingen.“
Fraktionssprecher Lennart Höring weist zudem daraufhin, dass in Sachen Ergänzungssatzung Oberkülheim noch nichts entschieden sei. „Wir haben die Verwaltung aufgefordert, eine neue Vorlage zu schreiben. Die werden wir gemeinsam beraten und dann eine Entscheidung in der Sache finden, die wir gemeinsam vertreten.“ Fraktionschef Mömkes und Bürgermeisterkandidat Lutz Urbach hatten sich nach dem Planungsausschussbeschluss hinter die Meinung der Verwaltung gestellt, dass eine Ausweitung des Siedlungsbereichs gegen die beschlossene Linie verstoße, der Verdichtung im Innenbereich dem Verbrauch der offenen Landschaft vorzuziehen.
Die SPD, so Höring, stehe dagegen, was Oberkülheim betrifft, nicht mal hinter ihrem eigenen Spitzenkandidaten Klaus Orth, und zwar mit der Begründung, die Verwaltung sei gegen die Ausweisung, weil das „mit Arbeit zu tun“ habe.
Der Vize-Fraktionschef der Grünen, Günter Ziffus, merkte unterdessen an, dass die Haltung von Mömkes und Urbach den Vorstellungen der Grünen sehr viel näher käme als die „Beton-Denkweise“ der SPD. „Auf diese Weise wird die SPD nicht die Unterstützung der Grünen im Kommunalwahlkampf gewinnen.“ Das hingegen befürchtet die Gladbacher FDP-Vorsitzende Ingrid Koshofer, deren Partei Urbachs Bürgermeisterkandidatur unterstützt. Sie sieht in der wahrscheinlichen Besetzung der Gladbacher VHS-Leitung mit der Grünen Dr. Birgitt Killersreiter den Versuch Bürgermeister Klaus Orths, die Unterstützung von deren Partei zu gewinnen - „inklusive Verzicht von Frau Beisenherz-Galas auf eine Bürgermeisterkandidatur“, wie Koshofer mutmaßt. „Wenn das kein Wahlkampf ist, weiß ich es nicht.“
aktualisiert von Lennart Höring, 14.05.2009, 11:21 Uhr |